Einleitung Deutschland bis Italien Griechenland Türkei Irak - Kurdistan Türkei 2 Georgien AS oder AR Georgien 2 Türkei 3 Griechenland Die Rückfahrt Wie geht es weiter ? Bettellink |
Irak 2023 Ein Sommermärchen mit einem BMW F650 Gespann Irak - Kurdistan
Und weiter geht es. Manche fragen sich, warum Irak und Kurdistan. Schuld ist eigentlich wieder mein Freund Martin mit seiner Vorliebe für alte Reiseberichte.
Neben einem Buch von zwei Freunden, die nach dem zweiten Weltkrieg mit einem alten NSU Gespann (1951-1952 Overland: Europa, Asien, Australien) nach Indien aufbrechen (die nicht viel unzuverlässiger war als meine BMW :-)) und dabei natürlich durch Kurdistan kommen. Natürlich auch der Karl-May-Roman „Durchs wilde Kurdistan“.
So motiviert ging es also im Mai los. Als dritter Höhepunkt der Reise war die Einreise in den irakischen Teil von Kurdistan geplant. Wilde Berichte von der Grenze waren zu lesen, und ich war schon gespannt. 6 Stunden Minimum bei der Abfertigung, wenn man Glück hat u.s.w.. Bei der Ausreise an der türkischen Grenze wollten uns ein paar geschäftstüchtige Jungs für 10€ ein Formular aufschwatzen, das man bei der Einreise braucht. 10€ für einen Fetzen Papier, nee, das geht auch ohne. Ging es auch, aber mit wäre es leichter gewesen. Aber einfach eine Passierliste machen, Fahrzeug und Kennzeichen, nächste Zeile Fahrer mit vollem Namen, Passnummer und Geburtsdatum. Die darauf folgenden Zeilen, einfach das gleiche für die Mitfahrer. Ansonsten fand ich im Vergleich zu der zwei Wochen zuvor im europäischen Teil der Türkei passierten Landesgrenze die Türken chaotisch. Aber nach 2½ h waren wir auch da durch und standen im Irak. Es war da schon später Nachmittag und ich dachte mir, wenn das schon so anfängt, verbringen wir die Nacht an der Grenze. Aber wir wurden gleich auf deutsch angesprochen und natürlich in englisch, einem halben Dutzend anderer Sprachen, und es wurde uns von allen Seiten geholfen. Wir lernten einen Schalke-Fan kennen, der regelmäßig seine Eltern in Duhok besucht und sein dort stationiertes Auto wegen des Zolls alle halbe Jahre mal ausführen und wieder einführen muss. Dazu seinen Freund, der inzwischen wieder in Duhok lebt, ihm dabei hilft und vorher lange in München gelebt und nun eine Autowerkstatt in Duhok hat. Er kannte eigentlich jeden auf dem Zollgelände, und so wurden wir überall vorgewunken und praktisch im Express durchgeschleust. Da ich der einzige mit kleinen Dollarscheinen war, habe ich auch noch einem Kurden aus Gelsenkirchen geholfen, der keine Dollar hatte und natürlich meinen neuen Bekannten, die mit ihren 100-Dollar-Scheinen bei der KFZ-Versicherung nicht weitergekommen sind. Der verlangte passend 35$. :-) So waren wir nach nicht einmal zwei Stunden durch und sind dann an meinem ersten geplanten Ziel vorbei (Zaxo) nach Dohuk. Dort sind wir erst einmal bei den Eltern des Pizzabäckers zum Essen eingeladen worden und haben uns das erste Mal über die Gastfreundschaft der Kurden freuen dürfen. Um es vorweg zu nehmen, ich bin sehr viel unterwegs und habe schon das eine oder andere Land erlebt. Ich bin in der Regel immer mit sehr viel Wohlwollen und Gastfreundschaft empfangen worden, aber was ich in Kurdistan erlebt habe, ist beispiellos. Ich habe noch nie eine so allumfassende Gastfreundschaft in einem Land erlebt. Sicher, in der Türkei und auch später im Irak war sie mehr als vorbildlich, aber bei den Kurden war ich immer wieder mehr als erstaunt. Eigentlich hatten wir nur zweimal eine Begegnung beim Essen, wo ich Bedenken hatte. Ansonsten sind wir insgesamt mit soviel Gastfreundschaft, Wohlwollen und Hilfsbereitschaft begrüßt worden, wie ich es in meinen Leben so noch nicht mal ansatzweise erlebt habe.
Es wurde für uns mitten in der Stadt ein Hotel besorgt. Wir sollten uns frisch machen, und dann ging es in einen tollen Freizeitpark, der an dem Bergkamm über der Stadt liegt. Wir wurden selbstverständlich gefahren, durften weder Eintritt noch Getränke bezahlen und waren fast ein wenig enttäuscht, daß wir nichts mehr essen konnten.
Sichtlich erschöpft kamen wir sehr spät, besser in den frühen Morgenstunden, ins Bett. Der erste Eindruck war mehr als überwältigend. Nichts von Elend und Armut. Nichts von Bitterkeit und Krieg, ja arabisches Chaos und Hektik, gemischt mit Reichtum und kurdischer Freundlichkeit, Ruhe und Gastfreundschaft. Einfach ganz anders als das, was ich erwartet habe. Alleine das Wasserspiel mit Musik und Lichtern, das uns kurz vor Mitternacht in dem großen Park (einfach suchen unter Duhok Happy Park) vorgeführt wurde, war atemberaubend, so was habe ich vor allem auch in der Länge noch nicht erlebt. Später noch im Restaurant am Berghang mit Blick auf die bunt leuchtende Stadt, wirklich fantastisch. Leider hatte ich die Kamera an dem Abend im Hotel gelassen, ich hatte ja nicht ansatzweise mit so etwas gerechnet.
Gut ausgeschlafen und weil wir unser Hotel eh mitten in Duhok hatten, erst mal ein wenig in der Stadt umherziehen. Abends waren wir mit unseren Bekannten verabredet, leider war der Pizzabäcker schon wieder auf dem Weg nach Deutschland. Beide sind überhaupt keine Kurden sondern Assyrer. Da sie aber auch im Irak unter dem sehr von den westlichen Staaten geförderten Saddam Hussein gelitten haben, fühlen sie sich mit den Kurden verbunden. Unser Bekannter hat seine komplette Familie verloren, er ist als Kind als einziger übrig geblieben und bei einer anderen Familie aufgezogen worden.
Also raus aus dem Hotel und ab auf den Markt, Basar.
Draußen hat man den fantastischen Anblick von modernem Aufbau und Verfall zu sehen bekommen. Als wir an einem Gebäude vorbeikamen, das einen großen Lärm verursachte, den ich sofort als den von großen Dieselmotoren identifizierte und mir eigentlich klar war, daß da mehrere große Diesel mit Aggregaten dran laufen, musste ich gleich ein Foto machen. Logisch wusste ich von der Warnung vom Auswärtigen Amt, Menschenansammlungen zu meiden und keine Bilder von strategischen Anlagen, Militär und deren Anlagen zumachen. Aber auf das Auswärtige Amt habe ich eh schon immer gepfiffen. :-) Natürlich wurden wir gleich entdeckt und hineingebeten. Zur Strafe wurden wir herumgeführt, mussten noch mehr Fotos machen und Tee und gekühltes Wasser trinken, bis wir nicht mehr konnten. :-)
Wir haben uns noch ein wenig über die Dieselmotoren unterhalten, daß sie sie eigentlich nur mit den Teilen aus der Türkei überholen, obwohl die Originalteile besser sind. Aber halt auch das Drei- bis Fünffache kosten und daher die Überholung mit den türkischen Nachbau-Teilen insgesamt billiger ist. Auch daß sie aufgrund der schlechten Ölqualität einmal in der Woche bei den Motoren einen Ölwechsel machen und sie in ganz Europa immer wieder gebrauchte Motoren kaufen, diese überholen und praktisch aufbrauchen. Sie sind auch nur für den Strom in einem Teil des Zentrums zuständig und da auch eher für den Erhalt des Netzes, dass es bei Lastspitzen halt nicht zusammenbricht.
Durch das viele Umherlaufen bekommt man Hunger, und das Frühstück wurde ja verschlafen. Also ab auf den Markt und bei einer kleinen Suppenküche sehr günstig und sehr gut gegessen.
Aber Sinn war nicht nur das Essen, sondern Land, Leben und Leute kennenzulernen.
So waren wir bis zum Abend unterwegs, atmeten diese andere Welt ein und ließen sie auf uns wirken.
So ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende - dachte ich. Der Autohändler war noch am Abend mit Familie da. Und wir waren am Stausee noch in einem anderen Freizeitpark. Seine vier Söhne waren dabei. Eigentlich wollte er nur zwei Kinder. Ein Mädchen und einen Jungen. Aber die ersten beiden wurden halt Zwillinge, und die nächsten beiden auch wieder Zwillinge und keine Mädchen. So hat er aufgegeben und gibt sich mit seinen Söhnen zufrieden. Die zwei Großen hatten auch genug Energie. Selbst nach 1 Uhr wollte einer noch nicht heim. Und es ist hier ganz normal, daß die Kinder immer und überall dabei sind.
Irgendwann sind doch noch alle ins Bett gekommen. Zum Glück! Wir wollten ja am nächsten Tag weiter.
Also erst mal zum Stausee von Duhok und seinem kleinen Wasserfall. Kurdistan ist dank des vielen Wassers sehr fruchtbar.
Erster Halt am Stausee. Extra deswegen hinzufahren lohnt tagsüber nicht, aber weil wir halt schon mal dort waren und es natürlich noch der Anfang ist, trotzdem einen Fotostopp eingelegt und Bilder gemacht.
An einem kleinen Laden die Wasservorräte aufgefrischt, unterwegs auch noch den Tank randvoll gemacht und auf in das kurdische Bergland.
Die Straßen werden kleiner und schlechter, die Gesichter bei den Checkpoints verdutzter (Deutsche? Mit einem Motorradgespann?? Was wollen die hier??), und die Landschaft schöner und wilder.
Es war auch Zeit für ein wenig posen.
Ein paar Kilometer weiter wieder ein tolle Aussicht.
Aber da waren wir nicht alleine, zwei große Autos mit zwei großen Familien waren dort. Es wurde auch die Kühlbox geöffnet und an die anwesenden kalte Cola, Limo und Wasser verteilt. Ganz selbstverständlich wurde uns auch eine Cola und eine Limo in die Hand gedrückt.
Dann wurde sich erst mal ausgetauscht und woher und warum und wohin. Die Kinder durften auf das Motorrad und in den Seitenwagen, wurden ausgiebig fotografiert. Auch wir wurden ausgiebig fotografiert und natürlich gab es auch Gruppenbilder ohne Ende. Gleich nochmal was getrunken und schließlich hat man sich verabschiedet, und wir machten noch ein paar Fotos.
Wir wurden sehr freundlich empfangen, es kamen nach und nach immer mehr Familienangehörige zusammen und wir wurden mit zum großen Essen dazugeladen.
Als nächstes wurde für uns ein Ausflugsprogramm organisiert. Es ging als erstes zu einer Kirche, die war aber zu, weil der Pfarrer was Besseres zu tun hatte. Wir waren nicht mehr weit weg von der iranischen Grenze in den tollen Bergen, also wieder mal ein paar Landschaftsbilder.
Natürlich auch die Kirche, wobei mir mehr der Ausblick von ihr aus gefallen hat.
Nächster Punkt auf dem Programm war eine Wanderung an einem Bewässerungskanal entlang, der neben einem Fluss verlaufen ist (siehe Bilder oben).
Als nächsten Programmpunkt hat sich die ganze Familie mit Nachbarn und noch weiter entfernten Teilen der Familie unter einer großen Brücke unterhalb des Flusslaufes getroffen. Natürlich gab es da heißen Tee, gekühltes Wasser und die Jungs, die englisch konnten, und sich ja nur mit Manela unterhalten konnten, hatten mächtig Respekt vor der großen Frau.
Als wir wieder zurück kamen, gab es wieder Essen und deutlich mehr als zuvor. Auch das von vielen beschriebene Verteilen der besten Fleischstücke an die Gäste haben wir erlebt. Ich weiß nicht, wohin man das alles essen soll :-) Abends wurde noch draußen gesessen und es kamen auch noch Nachbarn, Freunde und mehrere Großeltern dazu. Zum Abschluss, weil Manela berichtete, wie wir schlafen und aus Bescheidenheit, dass wir draußen schlafen, noch ein Aufbau eines Bettes draußen, mit Moskitonetz dazu. Und die Aussage, wir dürften auch gerne länger bleiben. Natürlich konnten wir uns auch duschen, während ich das alleine erledigte, wurde Manela von einer der Frauen so richtig abgeschrubbt und auch noch der Kopf massiert. Wieder ist ein sehr ereignisreicher Tag zu Ende gegangen. Ich war am nächsten Tag als Erster wach und nutzte die Zeit, um unseren Übernachtungsplatz abzulichten.
Natürlich hat auch das Gespann zugedeckt schlafen dürfen. Ich habe auch das einsame Morgenlicht genutzt und ein wenig über die Mauer gesehen.
Ich war noch gar nicht fertig, da kamen schon Hausherr und -herrin mit dem Frühstück raus.
Einfach nur Danke. Es war wieder ein tiefer Einblick in eine überschwängliche und herzliche Gastfreundschaft, die mir in dieser Intensität und ohne irgendwelche Vorbehalte noch fremd war. Nachdem
ich erstmal im Dorf und bei den örtlichen Checkpoints eine
Ehrenrunde gedreht hatte, bin ich auch wieder auf den
richtigen Weg gekommen.
Ein paar Bilder von unterwegs.
Ein Vorteil ist, wenn man mit Frauen reist, daß man viele Pausen zum Fotografieren bekommt. Und sie achten sehr drauf, daß die Landschaft dort nicht eintönig und zu weit einsehbar ist. :-)
Weiter auf der Straße entlang sind wir auf den Sulav Park gestoßen. Ganz klar als Touristenort zu erkennen und deswegen mit ausreichend Restaurants gesegnet, Hunger war auch vorhanden, also gestoppt und etwas gegessen.
Nach dem Essen raus und sich gleich ein wenig umsehen. Natürlich wurden wir sofort auch als Attraktion erkannt und auch gleich ausgiebig fotografiert. Deswegen komme ich auch auf so viele Personenbilder.
Also los und fleißig Bilder machen.
Da war etwas wie ein Eingang, also mal hoch den Berg.
Interessantes Konzept. Da man eh nur mit Schlappen unterwegs ist, das Wasser nnöcheltief an den Tischen vorbeileiten. Praktisch wassergekühltes Café.
Feucht rauswischen ist natürlich auch kein Problem. Die Kurden mögen ihren Tee mit einem leichten Rauch-Aroma.
Und zum Abschluss noch ein erfrischendes Bad.
Wieder unten angekommen, sehen wir uns den Rest der Touristenmeile an.
Wir werden viel und oft zu einem Becher Wasser eingeladen. Wie in der Türkei haben sie 200 ml Trinkwasser verpackt, wie einen Jogurtbecher bei uns.
Die werden uns permanent gereicht, frisch aus dem Kühlschrank. Bei jedem Geschäftsbesuch, bei jedem Tanken und einfach so, wenn man uns vorbeilaufen sieht. So kommen wir auf so fünf bis 10 Becher am Tag und Minimum einen Tee. Auch mal eine Dose Cola oder Limo aus dem Kühlschrank.
Natürlich bekommt man den einen oder anderen Tipp, was man sich noch ansehen sollte. Nicht immer nach unserem Geschmack, aber wir wollen ja Land und Leute kennenlernen . Der nächste Wasserfall war so ein Tipp. Aber da wir dort Huda (aus Baghdad) kennengelernt haben, war auch der Tipp Gold wert.
Aber
erstmal diesen Ort und seine Highlights, wie den örtlichen
Gerüstbau, hinter uns bringen.
Die Aussicht genießen und die Karpfenzubereitung begutachten.
Und dann waren wir bei den Wasserfällen. Aber nichts mit toller Natur, eher ein Freizeitpark, bunt, schrill, laut.
Wir hatten gut über 40°C, Manela war es zu warm, also ab in den Schatten, aber alle Plätze waren besetzt. So haben wir uns in der überdachten Shoppingmeile auf die Stufen gesetzt und erstmal Luft geholt. Ich habe mich gerade umgesehen, wo es was zu trinken gibt, da kam der erste schon an und brachte für uns kaltes Wasser.
Erstmal ausgetauscht, wer, wie, was, woher, weshalb, warum. Wer nicht fragt bleibt dumm. :-) Man lernt interessante Menschen kennen. Es werden Selfies mit uns gemacht und keiner versteht, warum ich nicht auch welche mache. Ich kann mich aber rausreden, weil ich der Fotograf bin und mit meiner Kamera halt keine Selfies gehen :-) Kaum war er weg, kam Huda entlang. Sie sah uns und hat uns gleich in ihr Herz geschlossen. Natürlich wurden wir gleich nach Bagdad eingeladen. Die Herzlichkeit dieser Menschen lässt einen schlichtweg sprachlos werden. Aber auch herausbekommen, daß es ein wenig weiter nochmal Wasserfälle gab. Also zurück zum Moped und los. Dort angekommen und erstmal festgestellt, daß das Gespann nicht einmal für harte Pisten taugt. Zu lange übersetzt (wird auf jeden Fall geändert, wenn sie bleiben darf) und der Federweg am Beiwagen ist zu kurz. Das ist nicht so leicht zu ändern... Das totale Kontrast-Programm. Nur Männlein und total entspannt. Nichts Buntes, nichts Schrilles und viel schöner. Nur Manela passte nicht wirklich da rein. :-)
Manela wurde im Schatten geparkt und ich machte mich auf, die Wasserfälle zu erkunden.
Weit bin ich nicht gekommen. Es war starker Gegenverkehr und bei dem Felsenüberhang haben sich angstvolle Durchquerungen abgespielt. Stolze Männer sind angsterfüllt an dem Abhang entlanggekrochen. Ich habe den Vernünftigen gemimt und bin erst gar nicht weitergegangen. :-)
Als ich wieder zurück war, hat ein jeder gewusst, dass ich aus Deutschland bin und dass ich fotografiere. Also wollten alle und jeder fotografiert werden. Manela ist im Schatten mit gratis Wasser versorgt worden, und ich habe halt noch ein paar Bilder gemacht.
Unterwegs mal wieder eine Pause für Bilder und Manela gemacht.
Die
Bilder.
Bilder während der Fahrt.
Da am Abzweig ein großer Militärflughafen und eine Kaserne waren, war da auch ein großer Checkpoint. Ich muss da immer an die Panik denken, die vom Auswärtigen Amt und den ganzen Vorbildern in den Reiseberichten gemacht wird. Keine Anlagen des Militärs, Polizei und Ähnlichen fotografieren. Ich habe ja eh nie kapiert, was an Zäunen, Mauern und Ähnlichem mit Stacheldraht so toll ist, daß man davon Fotos machen will. Aber von den Soldaten geht es schon, man kommt ja miteinander ins Gespräch und natürlich wollen die mit mir zusammen fotografiert werden.
Bis
Erbil haben wir es nicht mehr geschafft. Sind aber in Rezan in
einem Hotel gut untergekommen. Ble Hotel, das waren aber keine
Zimmer, sondern eine komplette Wohnung mit Kochausstattung.
Ach ja, heute hat die BMW Probleme mit der Temperatur. Der Kühler ist wahrscheinlich zu klein dimensioniert. In der Stadt oder beim Langsamfahren geht der Lüftermotor gar nicht mehr aus, wenn man gut über 40° hat. Meinem Batteriewasser kann man bei der Verdunstung fast schon zuschauen, Wer baut auch eine Batterie in den warmen, heißen Luftstrom vom Motor und neben den Auspuffkrümmer. Na ja, dafür friert sie ja im Winter nicht, wenn man fährt. Die heiße Kühlluft vom Motor wird bei über 40° auch sehr unangenehm am rechten inneneren Oberschenkel. Mal sehen, ob er irgend wann mal durch gekocht ist. :-) Wirklich lästig ist aber, daß das Benzin im Vergaser zu kochen anfängt und so die Schwimmernadelventile nicht mehr schließen. Dadurch säuft sie beim Halten und an den Checkpoints regelmäßig ab.
Hier ein Bild vom Wohnzimmer in unserem Hotel.
Blick aus dem Fenster.
Und weiter geht es Richtung Erbil.
Zwischendrin habe ich einen jungen Kurden mit seinem Vater getroffen. Die sind an mir vorbeigezogen, als ich Fotos gemacht habe und die waren dann ein paar Kurven später am Seitenstreifen. Sie hatten hinten einen Platten. Er meinte, dass man ihnen helfen kann, wenn man den Reifen schnell mal aufpumpen würde. Aber
natürlich war das völlig sinnlos und ich habe dann kurzerhand
das Hinterrad ausgebaut und den Reifen demontiert. Naja, der
Schlauch hatte sich vollständig vom Ventil gelöst, da war auch
nichts mehr mit Flicken. Als ich fertig war hat auch schon ein
Pick-Up gehalten, den Jungen mit dem Hinterrad mitgenommen,
der Vater durfte dableiben und das Moped bewachen. Leider gibt
es davon keine Fotos, ich habe gearbeitet und Manela hat beim
Zuschauen vergessen zu fotografieren. Eine Flasche Wasser hat
sie ihm aber da gelassen, als wir weiterfuhren.
Dann ging es wieder runter vom Berg.
Durch eine Ortschaft durch und weiter durch eine schöne Schlucht. Wieder mal hat es sich bewährt, kleine Seitenstraßen zu nehmen.
Danach wurden die Straßen wieder größer und breiter, der Verkehr nahm zu und die Schönheit der Landschaft nahm ab. Bei einem langen Tunnel habe ich dann den Schatten des gesperrten zweiten Tunnels genutzt um etwas zu trinken, und Manela hat die Pinkelrinne getestet.
Erleichtert ging es weiter nach Erbil, das ja nicht mehr weit weg war.
Angekommen und gleich mitten ins Zentrum gefahren. Einen guten Döner reingepfiffen und das erstbeste Billig-Hotel genommen. Blick auf eine Bäckerei die nur an Großkunden verkauft. Und an mich. :-) Das Brot frisch aus dem Ofen ist einfach genial.
Das Moped hat einen Platz auf dem Parkplatz gefunden, bewacht. Das war auch dann gleich der Platz, der es beherbergt hat, während wir in Bagdad waren. Tolle Zeit, über eine Woche mal keine Probleme mit der BMW. :-)
Da wir vom Basar nur ca. 20m weg waren, wurde dort sofort eingetaucht.
Und zum Fuß der Zitadelle von Erbil, von der aus die über 8000-jährige Besiedelung von Erbil ausgegangen ist, mit Tee in die Nacht gegangen.
Früh ausgeschlafen und zum Essen in den Basar. Aber erst mal gucken, Kaffee und Tee trinken. Dann mal sehen, wo wir was essen gehen.
Natürlich erst mal in der Mittagshitze den Sturm auf die Zitadelle in Angriff genommen. Also eine Besichtigung bei 40°C. Ehrlich, nichts Sehenswertes außer der Aussicht von oben.
Der Andenkenverkauf war aber mehr auf Touristen aus Bagdad eingestellt und dann auch mal hinter die Kulissen gesehen.
Am nächsten Tag ging es sehr früh mit dem Flieger nach Bagdad. Siehe die Sonderseite.
Hier geht es zur Bagdad Sonderseite: Wieder zurück in Erbil. Da man sich ja auskennt, vermeidet man die teureren Flughafen-Taxis. Man spricht ein normales Taxi an, das gerade jemand anderen gebracht hat, vereinbart mit ihm den Preis (der bei einem Drittel oder Viertel des Flughafen-Taxis liegt) und trifft sich auf der anderen Seite des Parkplatzes wieder, da er ja direkt vom Flughafen keine Gäste mitnehmen darf. :-). Auf der Fahrt zu unserem Moped-Parkplatz sind wir auch an dem kurdischen KFC vorbeigekommen. Aber weil er so abseits unserer Route der Weiterfahrt lag und KFC im Niveau seiner Speisen und seines Angebots sehr stark nachgelassen hat und auf das Niveau von McDonald's gesunken ist, war mir das den Umweg nicht wert. Außerdem habe ich nicht mehr den Ehrgeiz, in jedem Reiseland einen KFC zu besuchen. Das Moped war total eingeparkt, ansonsten aber vollständig vorhanden.
Auf ging es zum nächsten Ziel, nach Sulaimaniyya. Aber dazu erstmal Bilder von der Fahrt dorthin.
Kaum losgefahren, braucht die Frau schon die erste Pause. :-)
Erster Zwischenstopp war der Dukan Lake (Übersetzung). Schöner See, leider auch das erste negative Erlebnis in Kurdistan. Bei einem Hähnchenbratstand angehalten, voller Hunger. Die kurze Frage beim Wirt, ob von den drei Hähnchen auf dem Grill noch eines für uns frei wäre, wurde mit Ja beantwortet. Also hingesetzt und und gleich mal mit dem reichlich gereichten Wasser den Durst gestillt. Dann gingen die Diskussionen los. Anscheinend hat der Nebentisch, an dem drei weitere Leute saßen, auch Hähnchen bestellt. Kein Problem dachte ich, ich habe gesagt, ich gebe mich auch mit einem Halben zufrieden. Manela hat sich einen Cis-Kebap- Spieß bestellt. Als das Hähnchen und der Spieß kamen, wieder Diskussionen, warum und weshalb. Ich hatte die Nase voll und habe gesagt, sie waren als erstes da und sie können es haben. Haben es zu ihnen hingestellt und ich gesagt, ich esse nichts. Daraufhin wollten sie es mir wiedergeben. Aber ich hatte inzwischen keinen Appetit mehr und gesagt: Nein. Die sind dann gegangen und haben nichts gegessen und als wir gezahlt haben, sollte ich das Hähnchen auch mitbezahlen. Mal abgesehen, dass es der teuerste und schlechteste Kebap-Spieß war, war ich nicht bereit das Hähnchen zu bezahlen, eher hätte ich ihm (dem Wirt) das Hähnchen in den Rachen gestopft und mich danach mit der Polizei rumgeärgert. Das wurde auch eingesehen und so kann ich nur empfehlen: Kommt ihr an den Dukan Lake, so meidet den Essensstand, an dem sich die Hähnchen drehen.
Nach Weiterfahrt sind wir in Sulaimaniyya angekommen.
Nachdem ein Hotel gefunden wurde und auch eine Tiefgarage, in der das Moped stehen konnte, gleich mal ins Marktgewühl gestürzt. Essen und Feierabend. Am nächsten Tag gleich mal frisches Brot vom Bäcker geholt.
Dann musste ich zum Frisör zur Bartpflege. Ich denke, ein jeder kurdischer Mann und auch Osttürke ist mindestens einmal pro Woche dort.
Weiter durch die Stadt und dann wieder zum Markt.
Der versteckte Hinweis zu einem Hühnergrill. :-)
Wieder bei einem Bäcker, das Brot ist wirklich gut.
So richtig kapiert habe ich das System der Öffnungszeiten auch nicht. Die einen bauen auf, die andern ab - ist ein ständiger Wandel.
Dann eine Halle, besser ein überdachtes Marktviertel entdeckt, nix wie hinein.
Frische Hühner und frisch gewaschene Hühnerfüße entdeckt.
Überall waren wir gerne gesehen und jeder hat sich gerne fotografieren lassen, mit und ohne uns. Ach ja, wir sind mindestens genauso oft fotografiert worden. :-)
Wieder raus und die Hinterhöfe angesehen.
Sulaimaniyya gilt ja in Kurdistan als Stadt der Kunst, deswegen auch hiervon ein paar Bilder:
Man findet auch immer große Bilder von den einheimischen „Größen“. Und, um es auch zu erwähnen, wir waren im „KAWA-Hotel“ untergebracht. Hätte ich nur eine Kawasaki als Motorrad genommen. Obwohl sie bis auf ein kleineres Elektrikproblem die Tage unauffällig war, die BMW.
Das war es auch schon aus Sulaimaniyya. Wäre gerne noch ein wenig länger geblieben, aber die Hotels waren dort ausgesprochen teuer und so ging es am nächsten Tag weiter.
Nächster Punkt in unserer Kurdistan-Rundfahrt war Halabdscha. Ein eigener kleiner Bezirk im Irak/Kurdistan und auch gleich der kleinste. Am südöstlichen Zipfel gelegen, von drei Seiten fast von der Grenze mit dem Iran umschlossen. Man merkt die Nachbarschaft schon beim Essen. Wir haben hier den wunderbaren angebratenen Reis bekommen, der im Iran so gerne gegessen wird und bei uns fast unbekannt ist. Die Stadt ist traurig berühmt geworden durch ihre Bombardierung mit Giftgas durch Saddam Hussein. Damals noch der Gute im Kampf gegen den bösen Iran und auch von Deutschland unterstützt ( bei seinem Aufbau der C-Waffen-Produktionsanlagen, sollten die fleißigen Wedeler der blau-gelben Flaggen nicht vergessen). Desweiteren die Islam-Hochburg in Kurdistan.
Nach kurzer Fahrt waren wir da. Haben für ordentlich wirbel bei den Verantwortlichen am Checkpoint gesorgt. Man konnte sich nicht vorstellen, dass ein Tourist sich dorthin verirrt. Aber nach etlichen Bechern frischen kalten Wassers und einer Honigmelone war alles geklärt und wir wurden willkommen geheißen.
Hotelwahl war sehr einfach, es gibt nur eines. Das offizielle, in dem alle absteigen, die Stadt oder Bezirk besuchen. Egal, ob Familienbesuch, geschäftlich, Ministerpräsident oder wir. Nach ausgiebigen Verhandlungen und/oder Benutzen des Gäste Bonus, sowie der Tatsache, dass wir die einzigen Touristen sind, die sich bis jetzt dorthin verirrt haben, haben wir einen sehr guten Preis bekommen und sind gleich ein wenig länger geblieben. Den höheren Zimmerstandard haben wir einfach hingenommen. :-)
Oben: Blick aus dem Zimmer.
Abends nochmal raus, was zu Essen besorgen, im Zimmer gibt es eine Küche. Es sollte Spaghetti mit Olivenöl und Knoblauch geben. Vorher aber noch beim Mahnmal für die Opfer des Giftgasangriffes vorbeigesehen.
Natürlich auch ein paar Bilder von der Innenstadt. am Abend.
Kaum waren wir mit dem Einkauf fertig, wurden wir auf der Straße wieder angesprochen, mussten natürlich wieder Tee trinken und unser Abendessen ausfallen lassen, weil wir eingeladen waren.
Es gab diesen tollen iranischen angebratenen Reis. Und die überschwängliche kurdische Gastfreundschaft.
Am nächsten Tag mal raus und ein wenig von der Umgebung ansehen.
Ziel war eine Quelle.
Eigentlich nichts Besonderes, aber ihre Umgebung und ihre Andersartigkeit zum Gewohnten, hatte auch ihre Reize.
Aber Manela war es wieder mal zu warm. Wir hatten da noch keine 50°C, sondern nur 49°C. Also gerade mal kuschelig. Aber was soll es. Unterwegs noch an einem Fluss gehalten, um ein paar Fotos zu machen.
Wegen der Hitze bin ich dann am nächsten Tag alleine losgezogen. Ziel ist die Grenzregion zum Iran. Drohnefliegen und mal ein wenig in den Iran reinsehen. Bin bis auf 100m rangekommen. :-)
Habe mich dann an ein paar Luftbildern versucht.
Weiter geht es zur Grenze.
Ab hier geht es nur noch auf sehr schlechten Wegen weiter. Einerseits war es der BMW sehr recht, dass sie auf das Gewicht von Manela verzichten konnte, aber Schottersteigungen zwischen 25 und 30% und die hohen Temperaturen haben trotzdem ihren Tribut gefordert. Ich musste Pausen einlegen weil die Kühlung nicht mehr gereicht hat und der Motor gekocht hat. Und beim Anfahren hat halt die Schiebehilfe gefehlt. Die lange Übersetzung ist da nicht hilfreich (obwohl schon kürzer übersetzt).
Belohnt wurden die BMW und ich mit einer tollen Aussicht. Wobei ich vermute, die BMW hat sich daraus nicht soviel gemacht. :-)
Die Berge im Hintergrund sind schon im Iran.
Dann ging es sehr steil bergab, zum Glück. Hoch wäre da ich nicht mehr gekommen. Und ich hatte auch die Hoffnung, dass ich da nicht mehr hoch muss und es keine Sackgasse ist. :-)
Auf einer guten Straße ging es dann zurück nach Halabdscha. Einkaufen fürs Abendessen und Feierabend.
Hier mal ein kleines Intermezzo in Sachen Postkarten. Schon letztes Jahr in Griechenland haben wir gemerkt, Postkarten schreiben und verschicken ist weder „in“ noch einfach. Postkarten sind nicht oder nur in überlagerter, vergilbter Art zu bekommen. Also selber welche gedruckt. Auch wurden erste Versuche mit meiner Sofortbildkamera gefahren, die alle sehr gut funktioniert haben. War es in Griechenland noch relativ einfach, die Postbeamten zu überreden nachzusehen, wie und was darauf geklebt werden musste (waren ja auch die einzigen im Postamt und immer mehr Mitarbeiter für uns da), war es in der Türkei schon schwieriger. Da war immer die Hölle los auf der Post. Das heißt, dass die unter Druck stehen. Und wie bei komischerweise der weiblichen Schalterbeamten eine gewisse Schnippigkeit, dass sie dafür einfach keine Zeit haben. Auch haben wir jedes Mal einen anderen Preis bezahlen müssen. Von einem knappen Euro bis über 2 Euro. In Kurdistan haben wir es massiv versucht. In der Hauptstadt waren wir viermal dort um sie offen vorzufinden und dann die Aussage zu bekommen, dass in Kurdistan überhaupt keine Post mehr funktioniere, weil sie im Clinch mit der Bagdader Zentralregierung liegen. Das war an unserem letzten Tag in Erbil. In Halabdscha gibt es überhaupt keine Post und in Sulaimaniyya und einer anderen Ortschaft waren die Postämter auch verschollen. So haben wir auf dem Weg nach Erbil in mehreren Ortschaften und in Sulaimaniyya vergeblich nach Postämtern gesucht. Erst in Kars ging es wieder. In Van hatten wir dann wieder eine der Beamtinnen mit Totalverweigerung. Also nach Sulaimaniyya gefahren und nach erfolgloser Suche nach dem Postamt gegessen und eingekauft. Weiter Richtung Erbil und dann sind wir doch Richtung Mosul unterwegs gewesen. Manela wollte nicht abbiegen. :-)
Aber nicht bis nach Mossul gekommen, weil liegengeblieben nach einem Elektrikdefekt. Das war aber schnell erledigt (dachte ich, aber es ging weiter), auch wurden wir gleich mal zu einen Tee eingeladen.
Zwei Freunde, die irgendwas mit der Bewässerung zu tun haben, haben uns an der Wasserstation zum Tee eingeladen und dafür schnell ein Feuer gemacht.
Es wurde sofort eine mittelschwere Telefonkonferenz gestartet, uns klargemacht, dass wir auf jeden Fall zum Essen eingeladen sind und vor morgen früh eh nicht mehr weiterkönnen. Wir wurden erst mal alleine gelassen weil alles organisiert werden musste. Ich hatte Zeit, nochmal zur BMW zu sehen und kam an einem Pferd vorbei, das scheinbar vor gut einer Woche außer Dienst gestellt worden ist. Mein kurzer Gedanke war, die BMW gleich danebenzulegen.
Moped zusammengepackt und dem Pickup hinterhergefahren. Die komplette Familie hat uns schon erwartet. Also gleich mal ein Bild von der Frauenrunde gemacht.
Im Laufe des Abends sind noch etliche Freunde und Bekannte dazugekommen.
Lustigerweise konnte ich wie auch schon in Halabdscha mit meinem Wissen über den Islam glänzen und auch damit, dass ich die Heiligen Bücher (Koran, Altes und Neues Testament) gelesen habe. So dass ich auch die fünf Säulen des Islam kannte und die Bedeutung der christlichen und jüdischen Glaubenslehre im Islam. Sie denken nun, dass wir Deutsche in Wirklichkeit sehr gebildet sind. :-)
Am nächsten Morgen haben wir dann wieder Abschied nehmen müssen.
Wieder raus auf die Straße und gleich zum nächsten Parkplatz gerollt.
Komplett die Frontmaske zerlegt und wieder mal am Licht herumgespielt und siehe da, es geht wieder. Also eine Stunde wieder weiter. Keine hundert Kilometer weiter wieder das Gleiche.
Ein paar Bilder von unterwegs.
Die nächste Panne, ich lege kurzerhand die halbe Elektrik tot. Komischerweise komme ich nicht auf die Idee, den Stecker von der Hauptscheinwerferbirne (H4) zu ziehen. Da komme ich erst (leider dann durch Zufall) kurz vor Van (Türkei) drauf. Endlich geht es weiter. Die Schrauberei bei 50°C in Schatten (meistens ohne Schatten) geht schon ein wenig an die Substanz .
Kurz vor Erbil war in so ziemlich fertig (Manela aus Sympathie gleich mit).
Auch meine Telefon-, Navi-Lösung kam an ihre Grenzen. Es hat nur noch gepiept, ist panisch geworden und hat sich permanent überhitzt. Überhitzung hatte auch der BMW zu schaffen gemacht. Die Spiegel haben bei 80km/h nicht mehr gehalten, die haben sich so leicht verstellt, dass der Fahrtwind ausgereicht hat, sie zu verstellen. Langsamer durfte ich aber auch nicht fahren sonst wurde das Navi/Smartphone zu heiß und auch der Kühler hat es nicht mehr geschafft, den Motor zu kühlen. Der Lüftermotor ist überhaupt nicht mehr ausgegangen. Auch hat beim Langsamfahren das Benzin im Vergaser angefangen zu kochen (wir haben knapp über 50°C gehabt im Schatten, aber nirgends Schatten und keinen Wind, Benzin kocht ab ca. 30°C )
In Erbil wieder mitten in die Stadt gefahren und am Eck von der Bastei und dem Markt ein Hotel bezogen.
Gleich in den Markt gestürzt und mit Essen, Tee und Wasser versorgt. Seifenverkaufsstände fotografiert und drei Freunde aus Zaxo kennengelernt, denen wir auch versprechen mussten, dass wir, bevor wir fahren, auch ihre Stadt noch besuchen werden.
Am nächsten Tag sind wir noch ein wenig im Markt, besser der Halle, noch besser dem riesigen überdachten Gebilde herumgeschlendert. Essen, trinken und - weil man ja mit dem Motorrad nichts mitnehmen kann, zum Glück nichts kaufen. :-)
Es wird noch gebaut und renoviert, man sieht auch noch den Wandel.
Hier nun viele Bilder von der Markthalle, besser vom dem, was sie so zu bieten hat.
Auch hat man hier Mittel gegen Ungeziefer, die es bei uns nicht gibt: Skorpione z.B. :-)
Und natürlich von den vielen freundlichen und fröhlichen Menschen.
In der Abenddämmerung trifft sich die Stadt am Platz mit den Wasserspielen hinter dem Markt.
Es wird sehr viel fotografiert und man wird viel fotografiert. Auch Profis, die ihr Geld damit verdienen, es gibt hier einen Markt für Bilder.
Natürlich
geht man auch mal Essen.
Beim Guten-Abend-Tee bekommen die Möchtegern-Omas auch mal eine Leihenkelin in die Hand gedrückt :-) Am Bücherstand verschwimmen die politischen Richtungen. :-)
Am nächsten Tag habe ich mal meinem Fotohobby so richtig freien Lauf gelassen, mich in das Marktgetümmel hinter der Markthalle gestürzt und versucht, die Menschen dort fotografisch einzufangen.
Dieses Motiv habe ich vielfach als Kinderspielzeug gesehen. Lustigerweise nachdem ich es in groß gesehen habe, nicht mehr, sonst hätte ich auch noch ein Vergleichsfoto drangehängt.
Weiter geht es mit Bildern um den Markt, über den Markt und in dem Markt. Und natürlich von seinen Menschen.
In Kurdistan gibt es eine Kaffeetradition. Manela trinkt gerne Kaffee und deswegen waren wir in der einen oder anderen Cafeteria. Als erstes ist mir der Wandteppich aufgefallen, und da ich außer dem Geruch von frisch gemahlen Bohnen den Kaffee nichts abgewinnen kann hatte ich Zeit ein paar Bilder zu machen.
Für mich gab es etwas Ähnliches, wie eisgekühlte Limo. Vom traditionellen freundlichen Limo-Verkäufer.
Weiter im Marktgetümmel.
Ich hatte bald meinen eigenen Schwarm Kinder um mich, die alle fotografiert werden wollten, und fast immer mit aufs Bild wollten.
Aber nun weiter mit
allen Altersgruppen.
Und etwas, was es im
wasserreichen Deutschland nicht gibt: Kostenfreies
Trinkwasser, gekühlt, für alle. Ohne Bezugsschein, ohne
Prüfungen der Bedarfsberechtigung und ohne Mißbrauch. Wenn wir
Deutschen mal von unserem hohen Roß runterkommen würden,
könnten wir sehr viel von anderen Völkern lernen.
Leider ging es am nächsten Tag schon wieder weiter, die Grenzregion zum Iran war unser Ziel.
Aber erst mal Wasserflaschen kaufen und natürlich Abschiednehmen von den tollen Menschen in Erbil.
Als nächstes tanken und
dummerweise wollte ich wieder mal das Licht ausprobieren,
daraufhin habe ich erst mal wieder geschraubt.
Nun aber Bilder von unterwegs.
Weiter nach dem ausgiebigen Fotostopp.
Der nächste Stopp war ein Wasserfall. Die Kurden lieben es, im und am Wasser zu sein, mögen es kitschig und bunt. Aber seht selbst. Vom Naturschauspiel war nicht mehr viel zu sehen.
Weiter geht es, seht die Bilder, die wir unterwegs so gemacht haben.
Nach den vielen Bildern waren wir schon wieder in Richtung weg von der iranischen Grenze und haben für eine Trinkpause gehalten. Hinter uns hat ein großer ehemaliger gelber DHL Laster gehalten. Eine kurze herzliche Begrüßung. Ein Wo-kommt-man-her und Wo-will-man-hin und schon muss man wieder mit zum Essen. :-)
Weiter geht es. Die ersten reiten schon Richtung Sonnenuntergang, also wird es langsam Zeit für die Suche des Übernachtungsplatzes.
Weiter geht es, Ziel ist die nächste Ortschaft und mal sehen ob es ein Hotel gibt.
Aber kein Hotel gefunden, also auf einen Berg hoch gefahren auf der Suche nach einem tollen Platz.
Die Auffahrt hat mir und der BMW alles abverlangt und Manela durfte bei den schwierigen steilen Stellen schieben.
Am nächsten Tag auf unserem tollen Übernachtungsplatz. Zwei gleiche Fotos, einmal die Betonung auf die Person und einmal auf die Landschaft.
Wir haben uns die Zeit genommen, einfach mal den Platz genau erkundet, sodass man mal sieht, wo wir auf unseren Reisen so nachts herumgelungert haben. Deswegen habe ich hier mal ausgiebig die gemachten Fotos eingestellt.
Sogar ausreichend Wasser war hier.
Wäre ich hier mit dem LKW hochgefahren, so wäre ich hier mindestens eine Woche lang geblieben.
Es gibt noch mehr Bilder, man merkt, dass ich diese Seite auch für mich selbst mache. Bitte von Beschwerdemails abzusehen, es bleiben Ausnahmen.
Das letzte Bild zeigt, dass mal versucht wurde, da oben ein Klo hinzubauen.
Weiter gedüst zum nächsten Punkt, der es mir wert war, ein paar Fotos zu machen. Anscheinend hatte ich meinen kreativen Tag und habe auch gleich mal die Drohne herausgeholt.
Weiter geht es durch eine ausgesprochen schöne Landschaft, die ich natürlich mit einigen Bildern belegt habe.
Natürlich kommt man nicht so richtig vorwärts, wenn man andauernd anhält, Fotos macht und Wasser trinkt. Aber so man sieht halt das Schöne im Leben und dehydriert nicht. :-)
Aber
wenn man draußen schläft, steht man mit der Sonne auf und
kommt auch früh los. In der nächsten größeren Ortschaft haben
wir dann gleich mal zum Essenfassen gehalten und waren auch
die ersten Kunden am Tag. Das Gespann war kurz danach eingeparkt und wir hatten drei Bedienungen, die damit beschäftigt waren uns mit Essen zu versorgen. :-)
Weiter ging es durch die tolle Landschaft.
Bei der nächsten Ortschaft bin ich mal schnell in ein Geschäft gegangen, für mich einen Becher Joghurt und für Manela ein Kilo Cashew-Nüsse holen. Als ich wieder rauskam, wartete bei Manela schon ein netter junger Mann. Seine kleine Schwester hat Geburtstag und er und sein Vater wollen Essengehen und sie würden uns gerne einladen. Also schnell den Joghurt gegessen und mitgenommen worden in ein Restaurant. Nie vergessen, in Kurdistan immer einen kleinen Hunger in Reserve halten. :-)
Weiter ging es.
Auch diesmal schlafen wir draußen. Nicht weit entfernt von dem Platz, an dem wir von Dohuk losgefahren sind und Fotos gemacht haben. Diesmal bin ich bis zum Fluss runtergefahren und habe mich erst mal ins Wasser gelegt. Auf Dauer sind 45° bis 50° schon sehr warm, da tut ein wenig feuchte Abkühlung gut.
Aber Manela war es zu warm. Sie wollte so schnell wie möglich ins kühlere türkische Hochland, wo nur Temperaturen um die 30°C sind. Aber erst mal ein paar Luftbilder von unserem Schlafplatz.
Eigentlich wäre es unser erstes Ziel im Irak gewesen, aber durch die Bekanntschaft aus Dohuk sind wir damals nur durchgefahren. So wurde es das letzte Ziel dieses Besuches dieser wunderbaren Region. Auch ohne das Versprechen, das ich in Erbil abgegeben habe stand Zaxo auf der Liste, was ich in Irak/Kurdistan gesehen haben will.
Erstes Ziel in Zaxo war die „Schöne Brücke“ (Pira Delal).
Da es sonst in Zaxo nicht so viel Berauschendes auf die Schnelle zu sehen gab, gibt es Bilder von der Brücke aus.
Natürlich wird sie restauriert und die freundlichen Bauarbeiter sind wie immer ein lohnendes Fotomotiv. Die Menschen anderer Länder sind ja eines der Hauptziele meiner Reisen.
Als wir bei der Bauarbeiterbude, besser der Kantine, fragten ob wir auch zwei Tassen Tee erwerben könnten, waren wir natürlich sofort eingeladen. So traf uns zum Abschied nochmal die volle Wucht der kurdischen Gastfreundschaft. Wir mussten gleich nochmal ausgiebig frühstücken (aber inzwischen bin ich auf diese Zwischenfälle ja vorbereitet und ich esse frühesten selber, wenn ich am Abend kurz vor dem Schlafengehen bin). In der Zwischenzeit wurde noch eine Englisch sprechende Kurdin organisiert, die uns nach weiteren Wünschen fragte, was ich wie immer verneinen konnte.
Später stellte sich heraus, dass einer der Jungs perfekt Deutsch sprach. Fast eine traurige Geschichte. Seine Eltern kamen in der Zeit der Kurdenverfolgung nach Deutschland. Er wurde dort geboren und verbrachte dort den Großteil seine Schulzeit. Er hat perfekt und akzentfrei Deutsch gesprochen. Er hatte Heimweh, weil er ja mit seinen Eltern wieder zurückgekommen ist.
Irgendeine große Firma aus Bagdad hat einen Firmenausflug nach Zaxo gemacht. Offiziell zur Einweihung des Parks vor der Brücke, den sie mit gesponsort haben. Dass der noch gar nicht fertig war hat aber keinen gestört. :-) Die kamen mit 5 großen und 20 kleinen Bussen. Einer versuchte vor der Abfahrt der ganzen Truppe so was wie eine Aufstellung zu geben. Trommler und Trompetenspieler waren da und locker 10 Fahnenschwinger. Sogar einer, um alles mit einer Drohne zu filmen. Lustigerweise wurde die Drohne hauptsächlich dazu verwendet, um über den Kameramann als fliegender Ventilator zu dienen. :-) Es wurden Hunderte von Aufblasballons verteilt und in der glühenden Sonne wurde locker eine halbe Stunde lang versucht, sowas wie eine Organisation in der Truppe zu bilden. Aber immer konnte einer von den Trommlern nicht warten oder dem an der Trompete wurde es zu langweilig. Zumindest einer von den Fahnenschwingern war dann auch gleich mit dabei und ein paar Kids nutzten das Chaos, um ein paar Luftballons platzen zu lassen. Der Chef hatte aber eine Engelsgeduld und siehe da - auf einmal ging der Punk ab. Der Trompeter legte los, die Trommler mit und alle an den Fahnen haben diese geschwungen, als wollten sie sie damit zerreißen. Die Menge hat voll mitgemacht, die Kameraleute sind aufgesprungen, haben wie wild gefilmt und die Kinder haben mit aller Energie versucht, die Ballons zu killen. :-) Nochmal der ganz normale Wahnsinn, den ich in Bagdad kennen gelernt habe und der auch von den ansässigen Kurden bewundert und auch beklatscht wurde.
Mit zwei Bildern von den Baggerfahrern, die neben unserem Moped geparkt haben, endet die Irak/Kurdistan Seite.
Ich muss sagen, dass ich die Kurden für das gastfreundlichste Volk auf der Welt halte. Ich habe zwar noch nicht alle Völker kennen gelernt, aber schon sehr viele. Im Gegensatz zu den Sofaweltreisenden, die die Welt vor dem Fernseher, im Internet und in der sogenannten freien Presse erkunden, bin ich vor Ort. Auch wenn ich mir wahrscheinlich wie immer erklären lassen muss, dass ich davon überhaupt keine Ahnung habe, und es in Wirklichkeit ganz anders ist. Natürlich von Menschen, die aufgeklärt, politisch korrekt sind und ihr (so) sicheres Zuhause nie verlassen. Wieder ein Land, dass ich mit Wehmut verlasse, in dem ich gerne länger bleiben würde. Ich hoffe, ich werde es in meinen kurzen Leben schaffen, nochmal dorthin, in das wilde Kurdistan zu kommen.
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