Einleitung

Deutschland bis Italien

Griechenland

Türkei

Irak - Kurdistan

Türkei 2

Georgien

AS oder AR

Georgien 2

Türkei 3

Griechenland bis Albanien

Die Rückfahrt

Wie geht es weiter?

Bettellink

Irak 2023

Ein Sommermärchen mit einem BMW F650-Gespann...

... ist nun zu Ende. Wie geht es weiter?



Das Nachwort.

Kurz - es wird wohl die Reise meines Lebens gewesen sein.

Sicher war ich schon in vielen abenteuerlichen Ländern, aber nie so intensiv, und nie solange mit einem Motorradgespann.

Motorradgespann - ja, auf den ersten Blick die blödeste Möglichkeit zu verreisen. Das Teil braucht mehr Sprit als ein sparsamer Diesel, auch die Anschaffung ist teurer. Der Wetterschutz ist wie bei einem Motorrad einfach nicht vorhanden. Die Fahrleistungen sind PKWs wie auch Motorrädern deutlich unterlegen.

Nur im Anzug und von null auf 100 ist es dem sparsamen Diesel überlegen. In Sachen Endgeschwindigkeit ist schon wieder der Diesel um Vorteil.

Über Fahrleistung, Spritverbrauch gegenüber einem Motorrad braucht man gar nicht zu reden.

Der große Vorteil beim Gespann ist, dass man dem Geschehen auf der Straße sowie dem Land und der Bevölkerung so richtig nahe.

Noch viel näher als mit dem Motorrad.

Einmal, weil man doch viel langsamer unterwegs ist. Zum zweiten ist man noch mehr Exot und es ist noch sehr viel unvorstellbarer mit so etwas so weit zu reisen.

Viele Menschen haben zum ersten mal ein Motorradgespann gesehen.

Was noch dazu kommt, viele der Menschen sind in den Zielländern ärmer. Ein Durchschnitts-Auto ist schon ein wenig Luxus, ein Motorrad umso mehr, von einen Wohnmobil brauchen wir in diesem Zusammenhang gar nicht zu reden. Ein Motorradgespann ist für viele das Zeichen, dass man kein Geld hat. Es ist unvorstellbar, dass so ein Fahrzeug teurer ist als ein noch so schlechtes Auto. In den Gedankengängen ist fest verwurzelt, dass man, bevor man sich es antut mit einen Motorradgespann, doch 10mal lieber mit einem Auto fährt. Also haben diese armen Schlucker nicht mal das Geld für ein Auto.

So ist man nicht der reiche Deutsche, sondern der Entdecker. Der alles, was er hat (und das kann ja wohl nicht viel sein) nimmt, um andere Länder zu entdecken. Ich denke, das ist der Hauptgrund, weshalb wir auf diese extreme Hilfe und Gastfreundschaft gestoßen sind.

Wir waren auf einer Stufe mit unsern Gastgebern. So lernt man ein Land wirklich kennen.

Auch liebe ich das Gespannfahren. Obwohl es um den Faktor 3 körperlich anspruchsvoller ist als Motorradfahren.

Aber das Gespann ist verkauft, damit ist der erste Teil der Einmaligkeit der Reise eingeläutet.

Der zweite Teil ist, dass Manela bei der Reise eindeutig an ihre körperliche Belastbarkeit gekommen ist, und sie wohl eine weitere Reise nicht mehr übersteht. Zu dem Erfolg der Reise ist hervorzuheben, dass er durch beide Reisende zustandegekommen ist. Das heißt nicht, dass hier kein Potenzial für Verbesserungen da ist. Aber ob ich den ersten Satz geschrieben hätte, wäre ich alleine oder mit jemanden anderem gefahren - weiß ich schlichtweg nicht.

Der dritte Teil ist, Manela hat ihr Häuschen mitten im Wald, im schönsten Teil von Niedersachsen. Das will was heißen in diesem trostlosen Bundesland. Es braucht Pflege und will bewohnt werden.

Mein Wohn-LKW hat mir die Reise auch sehr übelgenommen. Die Pannen, die mehr oder weniger auf die lange Standzeit zurückzuführen sind, kosten mich momentan sehr viel Geld und Arbeit.

Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Am liebsten wäre ich im Frühjahr wieder losgefahren. Dahin, wo unsere Bundeswehr ja so erfolglos unsere Sicherheit/Grenze verteidigt hat.

Damals habe ich gemerkt, dass wir nicht viel besser dran sind als unsere Mitbürger in der ehemaligen DDR. Die brauchten auch Passierscheine oder eine Art Visum, um an die Grenze zu kommen. Wir reden vom Hindukusch.

Das Gespann ist nun also Geschichte. Sicher, ich habe noch kein Fahrzeug gehabt, dass mich so viel Nerven gekostet hat, na ja fast ich hatte mal einen Wartburg 353, aber mit dem bin ich nicht soviel gefahren. Aber die F650 ist mir doch irgendwie ans Herz gewachsen und ich war mehr als nur traurig als sie weggegeben wurde.

So bin ich in ein großes Loch gefallen und habe mich fast ein Jahr zurückgezogen. In Norddeutschland bin ich auch nicht heimisch geworden, obwohl unsere Nachbarn und auch Manela alles versucht haben, es mir schmackhaft zu machen. Ich weiß, dass ich da undankbar bin mit nur einem einfachen Danke. Aber ich werde in Niedersachsen wohl nie heimisch werden, ich bin einfach ein Südländer.

Ich habe es gemerkt, als ich wieder in meiner alten Heimat Franken war. Vielleicht lag es ja nur am Essen, aber ich fühlte mich schon wie im Paradies.

Vom Wetter her muss ich noch weiter südlich, ich schreibe dies am 27.11.2024 und sitze mit offener Tür im T-Shirt vor dem Rechner und draußen scheint die Sonne. Kurz - ich fühle mich wohl. Bin sehr viel draußen und sehr viel aktiver.

Ich denke mal, ich werde mich wohl im Alter nach Spanien oder Italien zurückziehen. Mal sehen. Ich denke ich habe noch 10 aktive Jahre. Leider wohl nicht mehr mit Abenteuer. Wie viele wissen, habe ich schon das eine oder andere außergewöhnliche Land mit dem LKW bereist, aber nichts ist an dem Abenteuer dieser Reise rangekommen. Die war intensiv und spannend, voller ungewisser Erlebnisse und ich weiß nicht, wie ich so was noch mal wiederholen könnte oder sogar übertreffen soll. …..

Schlimm, wenn man den Gipfel erreicht hat, sich auf den Hinunter-Weg befindet und dabei weiß, so hoch komme ich nie mehr...

Die Zukunft? Ich sitze hier in Spanien und warte auf meine Auspuffteile. Gestern der Anruf, sie sind in Spanien und wären drei Tage nach Eingang des Geldes bei mir. Aber ich habe noch immer keine Rechnung bekommen. Wenn ich Auspuff, den Deckel des vorderen Differenzial gedichtet, alle Keilriemen getauscht habe und noch ein Dutzend anderer Sachen gemacht habe, geht es weiter. Wohin ... vielleicht Portugal, vielleicht Marokko, vielleicht im Winter nach Nordspanien an die Thermen. Ich kann es noch nicht sagen...



Eigentlich war auch ein Statement von Manela geplant. Vielleicht kommt es ja noch. Ich hoffe mal, dass diese Reise noch viele interessieren wird.





Das Ende