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Reise 2024-25 Ungewiss und ziellos Abschluss
Wieder zurück in Franken, meiner Heimat. Das Wetter ist gut, aber niemand ist da. Die Norddeutschlandtour, wo doch der Anhänger so dringend weg musste, wurde auf die Schnelle verschoben, weil keiner da, also 500km Diesel zusätzlich. Aber auch die Familie Schäfer macht Urlaub und nur der Bruder gibt mir eine Einweisung, wie Hühner und Katzen zu versorgen sind. Wenigstens mal einer, der sich freut mich wiederzusehen. Im sehr gepflegten Gemüsegarten von Susi ist alles Mögliche zum Essen, und die Hühner bedanken sich mit frischen Eiern.
Die Nachbarin hat den Holzbackofen angeschürt, es war auch für mich ein Brot dabei und den Tag davor hat sie von der frischen Kuhmilch von den eigenen Kühen noch Butter gemacht. So schmeckt Heimat!
Ich wurde auch gleich mit ins Ausflugsprogramm eingebunden, es war ja noch August und somit Ferienzeit. Cadolzburg und seine Burg waren das Ziel.
Meine zwei Führer:
Besucht wurde auch der Burggarten. Eine sehr tolle Auswahl an Kräutern, Getreide und natürlich Blumen.
Außen ist die Burg wieder schön aufgebaut, aber innen ist sie noch hohl.
Von oben hat man eine gute Aussicht, nochmal Blumen ansehen, dann brauchte die Jugend ein Eis und die Frau ein Stück Kuchen.
Kurzerhand wurde der Aussichtsturm auch noch mit ins Besichtigungsprogramm aufgenommen.
Beim Umherfahren einen BMW 2002 Tii getroffen.
Die Woche Heimaturlaub war rum. Jetzt musste ich los, meinen Anhänger abholen.
Bin angekommen, es war aber keiner da. Naja - ich war ja auch zu früh. Eigentlich ein schöner Standplatz, aber ich habe ganz vergessen, wo ich war: In der norddeutschen Wildnis, nicht einmal Telefonempfang gibt es hier.
Nach einem Spaziergang, um nach dem Hänger zu sehen, habe ich mir wie Scotty von Raumschiff Enterprise mit seinem Scanner, einen Standplatz mit Empfang gesucht. Und sogar gefunden.
Der Empfang war freundlicher als gedacht und so konnte ich mich daran machen, den Anhänger, der ja eigentlich für immer dort hätte stehenbleiben sollen, fahrfertig zu machen. Geplant war eine Woche, aber wie immer wurden zwei daraus. Ich hatte mit den Bremsen und Radlagern zum Glück überhaupt keine Probleme, dafür mit tausend anderen Kleinigkeiten. Nach einer Woche war ich auch wieder alleine. Aber ich konnte mich noch von dem BMW-Gespann verabschieden, mit dem mich so eine Art Hassliebe verband.
Da ich länger brauchte und nach einer Woche wieder alleine gelassen wurde, hatte ich das Glück, noch mit zum Einkauf mitgenommen zu werden. Wurde aber dann im Wald ausgesetzt (was mir nichts ausmachte), um sich den Rückweg zu sparen, weil sie ja weiter musste und sich so den Rückweg sparen konnte. Wie gesagt, traumhaftes Wetter und so sah ich nach einem Jahr, dass es dort oben auch mal ganz schön sein konnte.
Schließlich war ich endlich abfahrbereit und konnte den Norden Deutschlands von meiner Anwesenheit befreien. Meine größte Angst stand mir aber noch bevor: Wie bekomme ich den Anhänger da wieder raus? Nach rechts wäre ja kein Problem gewesen, aber das war eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit. Vom Gefühl her könnte es links gerade so gehen. Um es kurz zu machen: Nachdem ich den Hänger auf den Millimeter genau schräg hingestellt habe, bin ich auch herumgekommen. Alternative wäre ein Traktor mit kürzerem Randstand als mein LKW gewesen, es gab zwar Bauern in der Ortschaft, aber ob die zur Hilfe bereit gewesen wären und für wie viel €uros wusste ich nicht. Ich bin bei so was immer sehr skeptisch (man muss aber ehrlicherweise sagen - meistens zu Unrecht). Es waren beim Rausfahren links und rechts keine 5cm Luft mehr.
Um das Thema Norddeutschland abzuschließen: Nein - es gibt nicht nur Deppen und böse Menschen im Norden. Ich habe dort sehr nette und hilfsbereite Menschen kennen- und liebengelernt. Ich bin halt lieber da, wo ich auch ab und an mal ein großes Arschloch kennenlerne.
Aufbruch noch gegen Abend nach Süden, diesmal die Ostroute. Gefühlt war die halbe Bundeswehr Richtung Osten unterwegs auf der Autobahn. Es war schon dunkel, als ich meinen Übernachtungsplatz gefunden habe. Schön mit Ostflair.
Weiter ging es nicht, mit Hänger unterwegs sein, hat seine Nachteile besonders bei der Übernachtungsplatzsuche. Mal abgesehen, dass zwischen 6 und 9 Liter mehr pro 100km durch den 1017A laufen. Gleich mal das Rückwärtsfahren und Wenden üben können.
Wieder zurück
erwartete mich ein anspruchsvolles Programm an Besuchen von
Freunden und Bekannten und der Besuch einer Gastwirtschaft zum Schäufele essen. Also
auf nach Nürnberg! Die sind nicht die Billigsten, aber sie haben jeden Tag Schäufele und die sind sehr gut.
Am Sonntag Mopedausflug in die Fränkische Schweiz und Besuch beim Kathi-Bräu.
Als Nächstes stand Frauenaurach auf der Liste, Kerwa und Kirchturmbesichtigung.
Nochmal ein Kurzbesuch in Fürth.
Eigentlich war ich soweit, dass ich nach 10 Jahren meine treue Transe von der Übergangs- zur Dauerlösung machen wollte. Sie hatte die 100.000km fast voll und hat mich nie im Stich gelassen. Aber das wollte die Transe nicht. Sie fing am vorderen Zylinderkopf das Klappern an. So entschied ich mich, weil ich ja auch auf einen leichten, schnellen, fahrbaren Untersatz angewiesen bin, für eine „fast“ Neuanschaffung. Eigentlich wollte ich eine aktuelle „Transe“: Gute Papierwerte, 150ccm mehr und auch 42PS für ein wenig mehr Bumms. Also habe ich mich nach einer guten Zweijährigen umgesehen. Aber die Probefahrt konnte mich nicht begeistern. Auch hatte ich eine 5 Jahre jüngere (als meine aktuelle) im Visier, mit nicht mal 50.000km zu einem sehr guten Preis. Aber der Verkäufer hatte Angst um seine Versicherung und meinte, ich sollte mir auf dem Landratsamt ein Überführungskennzeichen holen. Er durfte seine auch behalten. Es ist dann eine Suzuki DL 650 geworden. Ähnliche Daten wie die Transe, nur mit 22 PS mehr. Ein sehr netter Verkäufer und sehr wenig km gaben den Ausschlag. Peinlicherweise ist mir bei der Bezahlung etwas passiert, was mir noch nie passiert ist. Ich hatte 1000€ zu wenig dabei. Das wurde aber auch problemlos gelöst und so konnte ich sie mit nach Hause nehmen. Auch wenn ich in der Deutschen Propaganda immer höre, dass alles so stabil ist und wir keine Inflation haben: Das war das teuerste Fahrzeug für mich (glaubt mir, ich habe gesucht auf dem Markt) und ich hatte einige Neufahrzeuge.
War eh alles teuer, neue Mopedjacke war fällig (meine war nach 10 Jahren langsam am Auseinanderfallen), den Helm musste ich ja schon mal 2023 in der Türkei mit Blechschrauben zusammenflicken. Nun war er endgültig tot, das Visier ging nur noch mit sehr viel Kraft zu öffnen. Meine „Held“-Handschuhe sind an den Nähten eingerissen. Auch das ist nach über 20 Jahren kein Zeichen für schlechte Qualität. Aber warum kommt denn immer alles auf einmal? Gut, bei der Jacke und den Handschuhen hatte ich Glück, die waren äußerst günstig. Die Transe konnte ich überraschenderweise gut verkaufen. Aber der Helm kam neu und wie gesagt, dieses Moped war bis jetzt mein teuerstes Moped überhaupt.
Kurz zu den Vor-
und Nachteilen:
So, wieder ein paar Bilder: Unterstürmig die Tongrube beim Fossilien suchen.
Ein Stillleben am Wegesrand und der freundliche Suzuki-Verkäufer.
Nächstes Ziel war am Wochenende ein Mittelaltermarkt. Passend zum finsteren Mittelalter war der Himmel. Fangen wir an mit Fahrerin und meinem Beifahrer auf dem Kindersitz, nachdem er ihn verlassen hat :-)
Natürlich gab es auch andere bunte und lustig gekleidete Kinder und „Erwachsene“.
Als Nächstes war ich seit ewigen Zeiten mal wieder
im Zirkus.
War ein typisches Familienunternehmen bei dem sich in den 90er Jahren ein junges Paar aus der Zirkuswelt den Traum vom eigenen Zirkus wahrgemacht hat. Inzwischen sind Sohn, zwei Töchter und ein Schwager dabei. Es gehörte in den 90ern wirklich Mut zu diesem Schritt. Laut eigener Aussage war die Corona „Pandemie“ fast der Untergang des Unternehmens (wie für viele andere), sie haben es zum Glück knapp überstanden.
Noch ein paar Bekannte in Herzogenaurach besucht, mich mit übermütigen Kindern beschäftigt, sowie auch mal was Anderes fotografiert:
Weiter ging es nach Hesselberg, meinen alten Werkstattkollegen und Freund Fritz besucht. Der Sohn macht jetzt die Werkstatt und Fritz ist mit dem Enkel beschäftigt, das Motorrad vom Sohn/Vater zu reanimieren, damit der Enkel ein Motorrad hat. Leider hatte ich die Kamera nicht mit, deswegen hier nur ein Bild vom Übernachtungsplatz:
Auch in Herzogenaurach konnte ich stehen, bei einer Pizzeria. Leider hatten sie ihren Pizzaofen nicht im Griff. Zweimal zwei Pizzas mitgenommen, drei verbrannt. Das nächste Mal, wenn ich dort bin, nehme ich Nudeln :-)
Also auf nach Hessen und dort meine Freunde und
Bekannten besuchen.
Weiter geht es nach Eppertshausen. Hier war mal für ein paar Monate meine Heimat-Base. Als in unserem doch so freizügigen „freien“ Land unsere verfassungsmäßigen Rechte außer Kraft gesetzt wurden. Ich weiß seitdem, dass sie nichts wert sind, oder ähnlich viel wie ein Versprechen eines Politikers...
Es hat sich nicht viel verändert, der Nachbar hat immer noch sein Bagger-Hobby (soll noch einer sagen, dass ich verrückte Hobbys habe :-)). Und der bei Corona gestorbene Event-Veranstalter ist wohl immer noch tot. Da hat sich auch nichts getan :-)
Übernachtet in der Rhön und noch mal ein Bild von meinem Garten, bevor er Opfer des Frosts wird.
Eine Nacht in Ellersdorf:
Weiter ging es nach Höchstadt. Auch hier stand ich schon öfters die letzten Jahre. Ich bin die meiste Zeit meiner Jugend in Höchstadt aufgewachsen, das verbindet.
Zusammen auf den Flohmarkt. Ich durfte beim Wühlen nach Kleinteilen in Playmobil-Kisten helfen - mit Erfolg!
Danach mit zur Sonntagsfütterung von einem Zoogeschäft.
Dann sah ich den Grund, sie hat geworfen.
Wieder nach Ellersdorf. Von Susi einen Vortrag bekommen, dass ich doch mal im Sommer kommen sollte, wenn es auch hier schön ist. Sie hat ja Recht.
Die Nachbarin ist wieder am Brotbacken. Frisch aus dem Ofen und dazu selbstgemachte frische Butter von ihr. Einfach ein Traum.
Gehe noch ein wenig in Ellersdorf spazieren. Denke viel nach, ich habe ja die Zeit dazu.
Ich habe eine Woche bei einem bekannten Reifenhändler ausgeholfen, er hatte zur Hauptsaison einen krankheitsbedingten Notstand und ich brauchte eh zwei neue Reifen. Auf dem Weg nach Spanien habe ich gemerkt, ich hätte gleich vier nehmen sollen. Ich und meine Sparsamkeit... :-( Die Ferne ruft mich wieder. Ich werde ruhiger,
aber auch viel verfrorener.
Ich musste nochmal zur Bank. Habe mein letztes
Stück Gelbwurst und ein Leberkäsbrötla für lange Zeit gekauft und
gegessen und war froh, das Moped schon verladen zu haben.
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