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Reise 2025-26 Einfach oder einfach nur langweilig? Spanien, ein kleiner Ausflug in die Pyrenäen.
Beginnen wir mit was: Suzuki DL650 Bj. 2017 (eigentlich das falsche Moped für diese Tour)
Kosten : Gefahrene km: 5155km gesamt. Die Pyrenäen-Tour ca. 2500km, davon knappe 1000km offroad. 4,8l Benzin auf 100km im Gesamtschnitt. Zeit: 19.05.2026 bis 5.6.2026, ohne An- und Abfahrt 24.05.2026 bis 4.06.2026.
Begann eigentlich aus einer Unterhaltung per E-Mail (Ja, der einzige Weg, mich zuverlässig zu erreichen. Ich telefoniere nur, wenn was Wichtiges sofort erledigt werden muss, oder wenn ich jemanden ganz lieb habe und er halt ein wenig Zuspruch mit Stimme braucht. Und ich habe und will kein WhatsApp!!). Torsten, einer der Mitfahrer, kennt mich von meiner Reise in den Irak aus dem F650-Forum. Ende letzten Jahres sprach er mich an, ob ich nicht mitwollte mit meiner damaligen Transe. Er meinte zwar, dass es mit meiner Transe grenzwertig sei, aber er traut mir das zu (Ich frage mich, warum immer alle mir soviel zutrauen. Ich hatte da wieder mal ernste Zweifel) und es sei auch noch „so ein Dickschiff“ dabei, eine BMW F800, die meiner Meinung nach der Transe sehr wohl überlegen ist im Gelände. Also sagte ich zu, nachdem er meinte, auf die schwächsten Fahrer (also mich) Rücksicht zu nehmen. Um das nochmal zu steigern, hat die Transe ihren weiteren Betrieb bei mir eingestellt, und ich bin auf eine Suzuki DL650 V-Strom umgestiegen.
Offiziell auch noch Reiseenduro, aber im Vergleich zur Transe ein Straßenmotorrad. Im Einzelnen: 19 Zoll Vorderrad statt 21 Zoll, schlechtere Seitenführung und Geländeeigenschaften. Die
Bereifung,
ich hatte schon reine Straßenmopeds mit gröberen Profil. Aber das zu ändern, war keine große Sache.
Bin noch in Oliva bei Patrick, Cindy und Gerd vorbeigefahren, und wir haben gegrillt. Auf dem Weg dorthin habe ich noch einen sehr gut gepflegten und bei uns unbekannten Seat 124 fotografieren können.
Und dann Landstraße Richtung Teruel . Tolle kurvenreiche Strecke.
Kurze Pause in Teruel und Suche nach einer Tankstelle.
Mein Übernachtungsplatz auf einem verlassenen Stück ehemaliger Straße. Das Hotel in Figueres.
Am nächsten Tag stand der Besuch des Museums an, das einem der wenigen Künstler gewidmet ist, den ich auch für einen großen Künstler halte. Salvador Dalí. Ein paar Fotos, auf dem Weg dahin und nochmal zurück. Busseweise wurden Menschen da durchgeschleust, sodass ich erst 1:15h später reindurfte. Also nochmal zurück zum Hotel, aufs Klo. Da Fotografierverbot im Museum war, habe ich die Kamera nicht mitgenommen.
Einlass war alle 15 Minuten für ein Kontingent. Zum Glück durfte man so lange drin bleiben, wie man wollte. An die Eintrittspreise kann ich mich auch nicht mehr gewöhnen, wahrscheinlich eine Folge meines fortgeschrittenen Alters... Das war außen und nun kommt innen.
Was ich auch nicht kapierte war, dass die meisten auch nur die 15 Min dringeblieben sind. Selbst für mich war genug zu sehen, um den ganzen Nachmittag dort zu verbringen. Es ist viel über seinen künstlerischen Hintergrund zu sehen, also für jeden, der selber künstlerisch tätig ist, fast ein Pflichtbesuch. Also für angehende Künstler und Dali Fans. Will man seine großen Kunstwerke sehen, ist man hier aber falsch. Hier ein Schwung Bilder von drinnen. Mit dem Telefon, das durfte man. Und drinnen habe ich festgestellt, dass sich keine Sau um das Fotografierverbot mit Kameras scherte...
So, Kulturteil und Anreiseteil abgeschlossen. Meine Verdauung hat sich auch wieder normalisiert. Nur mein Darm wollte nicht mehr zurück in die Bauhöhle. Wenn ich ehrlich bin, machte mir das schon ein wenig Gedanken, aber ich lass' mir von meinem eigenwilligen Darm doch nicht die Tour versauen! Er lag ja nicht frei und solange er nicht aufplatzt, werde ich das auch noch aushalten. Letzte Nacht im Freien ca. 100m vom Stellplatz nochmal unter dem Sternenzelt auf einer Wiese übernachtet.
Abends noch mit dem Telefon nach Möglichkeiten gesucht zur OP und eine Klinik in Sevilla gefunden. (Wie ich das schreibe, warte ich auf einen Termin) Nachteil am Draußenschlafen, man steht mit dem Sonnenaufgang auf. Also Trockenlegen der Matte und des Schlafsacks und wie ich alles gepackt hatte, hörte ich auch schon den Anhänger rumpeln.
Kurze Vorstellung meiner drei Mitfahrer.
Ich habe von Thorsten ein paar Filmmitschnitte bekommen und sie mal grob zusammengeschnitten. Ein kleiner Überblick über das, was wir so getrieben haben. Thorsten hat dann von seiner "On Board" Kamera auch noch ein Video gemacht, das ich euch nicht vorenthalten will. Ein Teil der Strecken stammte von den Webseiten ACT und TET. Die Tour von ACT „Pyrenäen“ sind wir komplett gefahren. Von TET haben wir auf der Rückfahrt ein paar rausgefischt.
Es sind viele Bilder von meinen drei Begleitern dabei. Deswegen gibt es auch mal ein paar Bilder von mir und aus einer ungewohnten Perspektive. Danke für die überlassenen Bilder. Nun zu den Bildern nach Tagen geordnet.
Tag 1:
Es ging nach Roses, die Reise langsam beginnen lassen, ein wenig Strand und ein Eis. Ein gutes Hotel und gemütliches Abendessen.
Tag 2: Der Tag begann damit, dass ich nach dem Sonnenaufgang feststellen musste, dass meine schönen festen Stiefel kaputt sind.
Dass ich die Tour ohne passende Hose starten will, hat schon Kopfschütteln bei meinem Mitfahrern erzeugt. Nun auch noch in Turnschuhe... Naja, in Andorra gibt es ja genügend Mopedläden. Ich denke, sie waren sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so sicher, ob ich eine gute Wahl war, als Mitfahrer. Aber die Stimmung war gut beim Start.
Erstes Ziel war die Südspitze mit
einem Leuchtturm,
Cap
de Creus. Liegt in einem Naturschutzgebiet mit einer
komischen Zufahrtsbeschränkung.
Die haben wir auf der Strecke noch ein paar Mal gesehen, aber es wurden immer weniger :-)
Die BMW F650 wollte Zuwendung aus meiner Werkzeugrolle. Das vor der Tour frisch verbaute Lenkkopflager machte Knackgeräusche. Torsten und ich machten uns daran und die anderen zwei haben einen Kaffee mit dem Preisniveau der Münchner Innenstadt genossen :-) Meine Werkzeugrolle kennt sich noch von der Irak Tour mit den Feinheiten einer BMW F650 aus, so war das alles kein Problem :-)
Nun ging es aber endlich los. Sorry, aber es gibt nur wenig Bilder von der Strecke, man ist einfach mit Fahren beschäftigt. Erste Pause:
Trinkpause auf einer Brücke, eigentlich für Wanderer gedacht. Aber wir sind ja nicht im überregulierten Deutschland.
Das nächste Ziel war eine Bergspitze mit Funkstation. Wir überholten wieder einmal auf dem Geländeabschnitt die Gruppe vom Start.
Nochmal ausgiebig Bergpisten gefahren. Super Aussicht. Mit wenig Luft hat der Schotter seinen Schrecken verloren, und ich habe die DL laufen lassen. Nein, Torsten hat es da nicht hingelegt, sondern wir haben nur das Benzin von einer Tankhälfte in die andere laufen lassen. Zum Abschluss ein wunderschönes Hotel gefunden, und noch dazu hat jeder, weil es so günstig war, ein Einzelzimmer bekommen.
Tag 3:
Relativ früh aufgewacht, gepackt und noch schnell ein paar Fotos vor dem Frühstück gemacht.
Danach noch tanken, die F650 war
hungrig nach Sprit, der Rest hat auch gleich vollgemacht, so
musste niemand unterwegs nochmal tanken und die Tankstellensuche
blieb auch aus.
Aber seht selbst:
Dann kam die erste Stelle, an der wir umkehren mussten. Das Frühlingsschmelzwasser hat den steilen Weg in ein (inzwischen ausgetrocknetes) Bachbett verwandelt. Leider kommt der Schwierigkeitsgrad auf den Fotos nicht rüber. Ich denke, da habe ich mir die eine Befestigungsschraube für den Motorschutz abgerissen. Den werde ich zukünftig durch eine Metallversion ersetzen. Kai ist ja vorausgefahren und hat abgebrochen. Zusammen hätten wir zwar die Mopeds über dieses schwierige Stück bekommen, aber wir wussten nicht, wie lange es ist. Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass es nur ca. 100m waren. Aber hinterher ist man immer schlauer.
Der Rest war dann entspannter.
Weiter ging es dann auf den alten Schmugglerpfad nach Andorra. Wir trafen wieder auf die andere Gruppe vom Anfang. Erst auf eine stehengebliebene KTM, dann auf zwei Zweitakt-KTMs, die anscheinend ihren Liegengeblieben gesucht haben (der Liegengebliebene hat uns weitergewunken ), und dann auf den Rest der Truppe. Die machten einen recht aufgelösten Eindruck :-) (sie wurde auch immer kleiner :-)) Die Strecke war schon anspruchsvoll, aber nichts, was mich vor ernsthafte Probleme gestellt hat. Ich wurde aber auch immer besser im Geländefahren, hatte die sogenannte steile Lernkurve :-)
Bilder gibt es erst wieder, als wir in Andorra auf den geteerten Parkplatz gestanden waren. Der Rest war eine perfekt geteerte Straße nach Andorra rein.
Tag 4:
In Andorra noch ein Hotel gesucht, da hatten wir Pech mit unserer Wahl. Wir haben bis auf dieses eine Mal immer sehr gut und günstig übernachtet. Nur eines würde ich noch von den Zimmer eine Kategorie tiefer einstellen, aber das hatte auch nur einen Bruchteil gekostet und das Frühstück war dafür äußerst günstig und gut. Es war ein Mercure Hotel. Eine „bessere“ europaweite Hotelkette. Anscheinend haben wir nicht so recht ins Hotelprofil gepasst. Das Personal war hochnäsig und
„freundlich abweisend“. So muss sich ein Schwarzer vorkommen, wenn
er in den Südstaaten ein rein weißes Hotel besucht, die keine
„Neger“ haben wollen. Es war das teuerste und hatte nur ein
muffiges Vierbettzimmer ohne Frühstück mit einem sehr teuren
Tiefgaragenstellplatz, der extra bezahlt werden musste. Das
Frühstück wäre teurerer gekommen als woanders eine Übernachtung,
deswegen haben wir in einen kleinen Café wirklich excellent und
sehr günstig Frühstücken können. Zu meiner Verwunderung musste ich feststellen, dass Andorra nicht zur EU gehört. Obwohl es den Euro als Zahlungsmittel hat. Das hat sich Aldi-Net ( ich hatte bis dahin Aldi als eine seriöse Firma betrachtet ) zunutze gemacht, um ihre Kunden abzuzocken, wie es für einen Telefonkosten-Geier normal ist. Mein Guthaben war alle, nachdem ich Kai über mein Telefon ins Internet zum Buchen des Hotels gelassen hatte. War verwundert und konnte es nicht gleich klären. Kurz, Andorra gehört für Aldi nicht zur EU (stimmt ja offiziell ) und meine Internet-Flat war nicht gültig. Hier die Antwort von ALDI-Net auf meiner Anfrage mit meiner Antwort:
Genug geschimpft. Wir hatten tolles Wetter und eine wahnsinnige Landschaft um uns herum. Also mache ich mal weiter mit Bildern.
Dann kam endlich das, was ja wohl bei keiner Endurofahrt fehlen darf, die Wasserdurchfahrt. War nicht so schwierig, man musste nur darauf achten, dass man gut an den großen Steinen vorbei kam. Natürlich ausreichend Bilder gemacht.
Wie immer kam eine kleine Ortschaft mit einem kleinen Café, und wir machten Pause.
Weiter ging es, ich lasse hier mal die Bilder sprechen (dialektfrei und ohne Rechtschreibfehler :-))
Wieder sind wir nicht weitergekommen. Ein Schneefeld versperrte den Weg. Auch haben wir die drei Spanier mit ihren KTMs getroffen, einer steckte im Schneefeld und kam nicht mehr raus. Mit vereinten Kräften haben wir den Brocken aber wieder rausbekommen. Thorsten hat dann sein Können bewiesen und ist den Wiesenhang hoch und hat das Schneefeld umfahren. Wie ich mir das angesehen habe, habe ich sofort gemerkt, für mich nicht machbar. Ich war sehr viel schwerer als er, der Hang war sehr steil und meine Übersetzung zu lang, denn ich hätte Drehzahl gebraucht, um hochzukommen. Kai war auch meiner Meinung, Torsten war sich nicht sicher ob er mit seiner F650 hinterher sollte, ist aber auch vernünftig geblieben und hat mit uns umgedreht und wir haben den Hügel umfahren. Im Nachhinein würde ich sagen, er hätte es wohl auch geschafft. Aber es war ja auch kein Wettbewerb und so gesehen war es die richtige Entscheidung. Aber die drei Spanier sind auch hinterher.
Wir sind ihm dann auf der Straße bei Streckenausgang entgegengefahren und haben uns dann ein Zimmer gesucht. Er hatte uns einiges zu erzählen und ihn hatte es in einem scheinbar harmlosen Schneemelz-Bach erwischt. Sie steckte bis zum Scheinwerfer im Bach. Aber die vier haben sich immer wieder aus den Löchern gezogen. Gut, dass ich da nicht mit bin. War viel zu schwer und natürlich fehlte mir das Können.
Kai wandelt abends nach dem Essen immer noch durch den Übernachtungsort. Er hat davon ein paar schöne Bilder mitgebracht, die ich euch nicht vorenthalten will und den Eindruck von die Pyrenäen gut vervollständigt.
Tag 5: Zufälligerweise hatten die spanischen KTM-Fahrer das selbe Hotel wie wir.
Erster Zwischenstopp war ein Aussichtspunkt, da sahen wir auch das letzte Mal die Spanier vorbeirauschen.
Es war wieder Piste angesagt und auf der schraubten wir uns wieder hoch in die Berge.
Obwohl diese Reise ja nicht als Fotoreise geplant war, machten wir doch häufiger einen Fotostopp. Naja, man muss sehr viel trinken, ich habe sehr viel und intensiv geschwitzt und war damit nicht alleine. Mir ist teilweise so der schweiß unter der Jacke rausgelaufen, dass meine Hose bis zu den Beinen nass war. Dadurch leidet die Fotoqualität. Aber man kann halt nicht alles haben.
Vor dem letzten schweren Gelände gab es noch mal eine letzte Pause.
Der letzte Abschnitt hatte es für mich mal wieder in sich. Es war ein fest getrockneter Matschweg, wo vorher schwere (als es noch Matsch war) Waldmaschinen durchgefahren sind. Es sind da die Unzulänglichkeiten von mir und der Maschine voll zutage getreten. Zu kurze Beine und ich bin einfach
zu klein. Das Moped hat zu wenig Bodenfreiheit (
was einerseits ja gut ist, komme da eh nur mit einer Fußspitze
runter), Federwege fehlen auch. Es ist doch mehr ein
bequemes Straßenmoped, Enduro, selbst Reiseenduro ist einfach
übertrieben.
Leider keine Bilder. Ich war dazu nicht fähig und Torstens Gropro hat den Dienst verweigert. Nur von der Schotterauffahrt.
Zum Abschluss gut gegessen und eine gute Pension gefunden.
Tag 6: Kai war der zweite, den es gelegt hat. Er war nicht schnell, er konnte sich es auch nicht erklären, aber das ist ja auch nicht wichtig, es passiert nun mal.
Kai ist nichts passiert und an der BMW waren auf den ersten Blick auch nur ein paar Kratzer zu sehen. Aber als ich genauer hingesehen habe kam die ganze „Weitsicht“ der BMW Konstrukteure zum tragen. Ich weiß nicht was die Denken, aber wenn auch unter Verkleidung, ist der Einfüllstutzen das, was oben rechts raus steht. Der muss eigentlich brechen, was er dann auch getan hat. Er wurde erst mal mit Zwei-Komponenten-Kunststoff, Kabelbinder und Klebeband geflickt.
Im Café war die Stimmung auch schon wieder gut. Der Navi-Halter von Kai musste repariert werden, im Verlauf stellte sich auch noch heraus, dass sein Navi-Telefon den Geist aufgegeben hatte und nicht wieder zum Laufen gebracht werden konnte. Die Stromversorgung war jedoch auf Dauer zu schwach, sein neueres Telefon am Laufen zu halten, aber auch das bekamen wir wieder in den Griff. Außerdem waren wir waren ja fast schon am Ziel.
Kurz vor dem Ziel haben wir doch noch schlechtes Wetter bekommen und richtig Nebel. Zu richtigem Regen hat es aber nicht mehr gereicht und so sind wir trocken ins Hotel gekommen.
Neben dem Hotel gab es den All you can eat Freßtempel. Also haben wir dort zu Abend gegessen und die Bezwingung der ACT-Tour gefeiert. Wie man sieht hat Torsten auch einen neuen Freund gefunden.
Der Tag war eigentlich als Ruhetag geplant. Zuerst mal in einen Baumarkt, Kabelbinder auffüllen. Im Baumarkt haben uns die Spanier wirklich kalt erwischt. Wir suchten gerade nach den Kabelbindern, als ein Verkäufer auf uns zukommt und uns was fragt. Wir alle des Spanischen nicht mächtig, waren total verwirrt, was der wohl wollte. Wir hatten nichts geklaut oder beschädigt. Nach der englischen Übersetzung kam heraus, er wollte uns helfen und wissen, was wir suchten. Von deutschen Baumärkten waren wir es ja so gewohnt, dass wenn man Glück hat, man einen Verkäufer an einem Infostand erwischt und nach Wartezeit auch drankommt. Ansonsten verstecken sich ja die freilaufenden Verkäufer oder es gibt sie einfach nicht. Danach in einem riesen Supermarkt frühstücken und einen USB-Lader für Kai besorgen. Da ich als einziger noch ein vernünftiges Navi hatte, dürfte ich die Führung übernehmen. Möglichst wenig Stadtverkehr (durch die Stadt :-)), wegen des defekten Kühlers. Erstes Ziel war die BMW Werksvertretung. Ich habe tatsächlich eine der ganz wenigen mautpflichtigen Autobahnen gefunden. Naja die knappen 1,50€uro waren zu verkraften, aber da geht es bei mir auch ums Prinzip. Dann dürfte wieder Kai voraus fahren, der Akku seines Telefon war soweit wieder voll. Er hat tatsächlich eine offizielle Unterführung mit 1,50m Höhe mit Ampelregelung für den Gegenverkehr, gefunden. Uns kam auch ein Peugeot 106 entgegen. Bei trockenem sonnenlosen Wetter haben wir dann den Atlantik erreicht - Zeit für Fotos.
Da die Schrauber-Aktion bei der BMW ausgeblieben ist, das Wetter auch nicht das beste war und die Getränke an Strand und Cafe auch nicht umwerfend günstig waren, sind wir gemütlich tiefer ins Baskenland gefahren. In südlicher Richtung. Abends sind wir dann doch noch zum Schrauben gekommen. Die TT wollte spontan ihr Ventilspiel geprüft und eingestellt bekommen und Kai war an seinen Kühler dran.
Tag 8: Gut gestärkt vom Frühstück und dem Döner vom Abendessen geht es weiter, anfangs noch mit durchwachsenen Wetter.
Kais BMW haschte zwar permanent nach Aufmerksamkeit :-), aber ansonsten sind wir gut vorangekommen.
Man sieht in Spanien sehr oft, wie die Spanier zur Verfolgung und Vertreibung der Palästinenser stehen. Immerhin haben sich die Deutschen seit dem Dritten Reich gebessert. Wir betreiben es nicht mehr aktiv, sondern sehen nur noch weg. In 20 Jahren wird auch wieder jeder sagen, das habe ich gar nicht gewusst.
Erzwungene Pause wegen Radrennen.
Weiter geht es.
Endlich wieder Piste
War leicht zu fahren und wir nahmen uns viel Zeit zu fotografieren.
Unser Übernachtungsziel war Tudela. Da sind wir erst mal den Stadthügel hoch und haben uns einen Überblick verschafft.
Um die Übernachtungen kümmerte sich in der Regel Kai. Diesmal hatte er eine schöne Ferienwohnung rausgesucht. Das Problem ist das „Wie-kommen-wir-rein“ gewesen. Das Erdgeschoss war mit 1. beschriftet. Der Wohnungsschlüssel ist in einem Kasten bei Eins deponiert, wenn man an der Wohnungstür klingelt soll der Kasten aufgehen. Bis wir drauf gekommen sind, dass das im ersten Stock ist, der ja mit 2. beschriftet war und den versteckten Schlüsselkasten gefunden haben - fragt nicht. Mir tat da Kai ein wenig leid. Entweder lungerten seine Mitstreiter herum, oder fotografierten während er undankbare Rätsel lösen durfte.
Tag 9: Der nächste Tag begann locker mit einem Frühstück in dem Eiscafé vom Vortag. Nicht für jeden. Torsten hat versucht an einem sehr massiven Straßenpfosten seinen Koffer abzufahren. Also wieder Einsatz fürs Klebeband und zusätzlich eine Spanngurt-Versteifung. Dem Straßenpfosten ist aber nicht passiert. :-) Dann ging es wieder los, frisch gestärkt in den nächsten Fahrtag.
Dann ging es weiter, auf den für mich schwierigsten Abschnitt der Tour. Habe den Schwierigkeitsgrad auch unnötig erhöht, weil ich den Abschnitt mit vollem Luftdruck gefahren bin. Damit wird die DL zum unberechenbaren Biest. Habe es voll vergessen, dass ich wieder auf Straßen Luftdruck gegangen war und mich die ganze Zeit gewundert, warum ich auf einmal diese extremen Schwierigkeiten beim Fahren hatte.
Bis dahin war es einfach, außer das Torsten seinem Koffer endgültig den Rest geben und mich damit von einer Brücke schieben wollte. Ich hatte einen winzigen Kratzer und Torstens Koffer wurde nur noch von Klebeband und Spanngurte zusammen gehalten. Da braucht er einen neuen. Aber hier ging der Tanz mit der meiner DL dann richtig los.
Sicher war das nicht lange so, aber als halt mein rechter Fuß endlich wieder Bodenkontakt hatte, habe ich nur noch den Sturz verlangsamen können. Da lag sie dann, meine DL. Torsten war aber sofort zur Stelle und hat sie mit aufgehoben. Seitlich bergab gelegen hätte ich sie vollgepackt alleine gar nicht aufheben können. So gibt es auch nur ein Bild als ich schon wieder aufgesessen war.
Aber weiter geht es.
Tag 10: Ein gutes günstiges Hotel in der Innenstadt von Huesca, das uns mit einem guten und günstigen Frühstück wieder auf die Weiterfahrt entließ, startete den Tag. Nach ein paar Kilometern war die Probephase der finalen Kühlerdichtung mit der Umrüstung auf Niederdruckkühlen zu Ende und die F800 bekam ihre Seitenverkleidung wieder.
Die schweren Stecken waren alle bewältigt und so haben wir uns den winzigen kurvenreichen, aber asphaltierten, Straßen hingegeben. Das war gut, wir merkten alle die Anstrengung der Vortage und hatten durch das schnellere Vorankommen mehr Zeit für Pausen.
Am Ende des Tages haben wir uns auf einem „besseren“ Campingplatz ein Ferienhaus gegönnt. Es gab dort sogar einen eiskalten Pool.
Tag 11: Das Camp war sowas wie der Treff der Reichen und Schönen der Reiseenduro-Szene, wahrscheinlich weil es einen Touch von BMW und so was wie zumindest teiloffizielles BMW Zentrum für Fahrtrainings war. Auch konnte man dort alle möglichen aktuellen BMWs mieten. Aber das Frühstück war gut und reichhaltig.
Erst ein wenig Piste und dann einen Pass hinauf, auf Asphalt.
Wieder mal Zeit für Gruppenfotos. Wie man gut erkennen kann, hat uns die Tour gut zusammengeschweißt.
Auf zum nächsten Pass.
Auf dem Weg zu unserer Übernachtungs-Pension hat uns der Hunger übermannt. Und siehe da, in der Tankstelle wo wir zum Tanken gehalten hatten, gab es einen Tisch und eine sehr reichhaltige Speisekarte. In der Tankstelle gab es auch so wirklich alles Mögliche an Haushaltswaren zu kaufen. Wir haben gut und günstig gegessen und sind mit einer herzlichen Freundlichkeit bewirtet worden, die einem das Leben schöner macht.
In Bagà angekommen, sind wir auf die Suche nach dem Abendessen gegangen. Aber mehr als einen (Mini-) Supermarkt konnten wir nicht finden. Also machten wir das Beste daraus, und so gab es im Hotelzimmer das Abendessen, zum Glück hatte ich mein bewährtes Besteck von der Irakfahrt dabei. :-)
Noch ein paar Bilder aus Baga und meines gut ausgefahrenen Stollenreifens, mal sehen ob ich die Angstnippel auch noch wegbekomme.
Tag 12: Die Fahrt zu unserem Ausgangspunkt nach Figueres hatte im Vergleich zu der Tour nichts mehr Herausragendes. Im letzten Hotel gab es eine Besonderheit, einen friedlichen Hund, zu allen andern, der mich sah und nicht mochte. Laut der Besitzerin hat er ein Problem mit Langhaarigen. :-( Ein paar Bilder von der Fahrt und dem Packen.
Am Stellplatz für Hänger und PKW angekommen, erst mal aufgeladen und dann zum Abschied nehmen in ein nahegelegenes Steakhaus gefahren. Danach haben wir Abschied voneinander genommen. Ich
habe tolle Menschen kennengelernt. Mopedfahrer, von denen ich
noch was lernen könnte und tolle Kameraden gefunden. Sie sind
dann mit dem Auto gen Osten gefahren - ich gen Westen.
Für mich begann dann der Wettlauf mit der großen Regenfront. Die mich dann auch viermal abgewaschen hat. :-) Als ich bei Patrick und Cindy ankam, war es inzwischen wieder trocken. Aber als ich mich glücklicherweise im Wohnwagen ablegen durfte, hat es die ganze Nacht durchgeregnet. Mein Wetterglück hatte mich also auch wieder :-) Am Morgen vor der Weiterfahrt sah der Himmel so aus:
Nach 300-400 Kilometern wurde es dann sonnig. Nach weiteren 100 km konnte man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es überhaupt Regen gibt und ich wurde wieder trocken. Mein Fazit ist: Ich liege richtig damit, immer wieder was Neues,
Anderes auszuprobieren. Mein Leistenbruch muss auf jedenfalls gemacht werden.
Die Schmerzen waren so groß, dass ich fünfmal über einen Abbruch
nachgedacht habe, ich konnte nicht im Stehen fahren. Bei der nächsten Tour in der Art bleiben die Koffer zuhause und auch der Schlafsack mit Isomatte. Dann sollte ich alles in meinem Touren-Pack unterkriegen. Insgesamt aber war das Motorrad der richtige Kauf.
Hier
geht es wieder zurück nach Spanien2
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